"Party vs. Kunst" oder wie wir die "Halle" zum kochen brachten

Anfang des Jahres hatten wir uns in den Kopf gesetzt, mal eine ordentliche Party fürs Volk zu schmeißen. Und zwar in der Kunsthalle. Ungünstig nur, dass ausgerechnet im Sommer, während unserer heißen Planungsphase, der Spitzweg aus der Kunsthalle entwendet wurde. Eine denkbar schlechte Ausgangslage also: es galt jetzt erstmal, einige Sicherheits-Bedenken aus dem Weg zu räumen. Mit viel Überzeugungsarbeit wurden schließlich auch die letzten Zweifler davon überzeugt, dass die ARTgenossen bzw. die Bewohner der "Metropol-Region Rhein-Neckar" im Herbst 2006 unbedingt eine Mega-Sause brauchen.

Und das wurde sie dann auch: schon um 23 Uhr 30 mussten wir den Eingang dichtmachen, da sich bereits über 1.200 Menschen in der Halle befanden - damit haben wir einen neuen Besucherrekord in der Kunsthalle aufgestellt!

Ganz Mannheim und Umgebung war also unserem Ruf gefolgt: "Kunst vs. Party - Party vs. Kunst". Den Kunstanteil der Veranstaltung übernahm Emmanuel Victor Eiselstein, Bildhauer und aktiver ARTgenosse, der mit seinem Kollegen Robert Speranza, wie Emmanuel aus der Städelschule Frankfurt am Main, die Kunsthalle für sieben Stunden zu ihrem "Heim" machte. Stück für Stück errichteten die beiden Künstler eine Wohnskulptur mit dem Titel "ZweiMannHeim": unter anderem bauten sie einen Fernseher auf, bei dem ein Softporno-Motiv mittels einer Rolle zum bewegten Bild wurde.

Zudem konnten sich die Besucher die aktuellen Ausstellungen der Kunsthalle ansehen oder sich auf diversen Ledersofas lümmeln.

Für den Partyteil sorgte die Gruppe "My baby wants to eat your Pussy", die das Vetterforum schon beim ersten Song aus allen Nähten platzen ließ. Im hinteren Teil der Kunsthalle hatte DJ Achim Fürsich das Vinylruder an sich und mit gepflegten Beats nicht nur die Mädels auf die Tanzfläche gerissen. Die Mukke von Fürsich entwickelte sich an diesem Abend mehr und mehr zum Suchtmittel, sodass es heftige Proteste gab, als es um 5 Uhr hieß, "Leute, es reicht jetzt, geht mal langsam in die Heia".



Text: Alexandra Wind



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